Ein Vorschaltgerät dient der Strombegrenzung und der Zündung von Leuchten. Genauso wie alle anderen Arten von Gasentladungslampen eignen sich Leuchtstofflampen nicht zum direkten Anschluss an das Stromnetz. Daher ist ein Vorschaltgerät für den Lampenbetrieb zwingend notwendig. Auch bei manchen LEDs brauchen Sie ein Vorschaltgerät. Dieses wird als LED-Treiber bezeichnet.


Elektronisches Vorschaltgerät der Marke Philips
Elektronisches Vorschaltgerät der Marke Philips

Das Wichtigste auf einen Blick:


  • Vorschaltgeräte begrenzen den Strom
  • sie sind zudem für die Lampenzündung zuständig
  • ein konventionelles Vorschaltgerät verfügt immer über einen Starter
  • ein elektronisches Vorschaltgerät ist in der Lampe integriert und benötigt keinen Starter
  • achten Sie beim Wechsel zu LED auf die Kompatibilität der LED mit Ihrem vorhandenen Vorschaltgerät
  • LED-Treiber sind Vorschaltgeräte für den Betrieb von LEDs

Arten von Vorschaltgeräten für Leuchtstofflampen


Konventionelles Vorschaltgerät (KVG)


Ein konventionelles Vorschaltgerät besteht aus einer Drosselspule. Diese sorgt dafür, dass die Leuchtstoffröhre mit der benötigten Betriebsspannung von 50-100 V versorgt wird. Die Betriebsspannung ist zwar ausreichend für den Betrieb der Leuchtstoffröhre, jedoch nicht, um diese zum Leuchten zu bringen. Dafür benötigen KVG für Leuchtstoffröhren zusätzlich einen sogenannten Starter. Dieser sorgt für eine erhöhte Anfangsspannung von etwa 1.000 V und bringt das in der Röhre enthaltenen Gas zum Zünden – die Lampe leuchtet. Der Zündvorgang kann mehrere Durchgänge benötigen, bis er das Gas erfolgreich zum Glühen gebracht hat, und verursacht hierdurch das charakteristische Flackern der Leuchtstofflampen beim Start.


KVGs werden oft auch als elektromagnetische Vorschaltgeräte bezeichnet. Entsprechend finden Sie alternativ die Abkürzung EM bei vielen Produktnamen.


Ein verlustarmes Vorschaltgerät, abgekürzt VVG, arbeitet im Prinzip genau wie die konventionelle Variante, nur eben verlustarmer. Es verfügt über einen optimierten Aufbau. Zudem ist es mit Elektroblechen ausgestattet und verfügt über größere Kupferquerschnitte. Wieviel mit einem VVG im Vergleich zur konventionellen Variante tatsächlich eingespart werden kann, hängt zusätzlich von der Leistung der Lampe ab.


Tipp

Wechseln Sie den Starter immer gleichzeitig mit der Lampe aus. Dies erhöht die Lebensdauer der Leuchtstofflampe, sodass diese weniger häufig ausgetauscht werden muss.

Elektronisches Vorschaltgerät (EVG)


Der aktuelle Stand der Technik sind elektronische Vorschaltgeräte (EVG). Sie starten und betreiben eine T8- oder T5-Leuchtstofflampe und -Gasentladungslampe auf eine deutlich andere Art als die konventionelle Alternative. Sie funktionieren ohne Starter und regeln den Zündimpuls durch die integrierte Elektronik. Dort wird mit Spulen und Kondensatoren eine hohe Spannung erzeugt, wodurch das Gas zum Leuchten gebracht wird.


Ein elektronisches Vorschaltgerät hat gegenüber der konventionellen Ausführung einige Vorteile:


  • höhere Lampenlebensdauer und Energieeffizienz
  • besserer Wirkungsgrad
  • schnelles Einschalten ohne Flackern
  • manche EVGs sind dimmbar

EVGs können auch in Lichtquellen integriert sein – wie bei Kompaktleuchtstofflampen bzw. Energiesparlampen mit Schraubsockel (E14, E27) – oder sie sind Bestandteil der Leuchten!


Elektronische Vorschaltgeräte werden auch als Hochrequenz-Vorschaltgeräte bezeichnet. Entsprechend finden Sie auch oftmals die Abkürzung HF in Produktangaben.









Um die CO2-Emissionen zu verringern, wurde in mehreren EU- und EG-Verordnungen festgelegt, dass konventionelle Vorschaltgeräte mit hohem Energieverbrauch nicht mehr verkauft werden dürfen – sie werden ausgephast. So sind seit 2002 bzw. 2005 die konventionellen Varianten der Energieeffizienzklassen D und C nicht mehr im EU-Handel erhältlich. Greifen Sie also lieber zu der verlustarmen Alternative oder wechseln Sie zur elektronischen Variante, um Strom und damit auch Energiekosten zu sparen.




Wie funktioniert der Wechsel zu LED?


Möchten Sie Ihre herkömmlichen Leuchtstofflampen durch energieeffiziente LEDs austauschen, so müssen Sie unbedingt auf den Kauf der richtigen LED achten. Auch hier ist das Vorschaltgerät von entscheidender Wichtigkeit. Wird Ihre aktuelle Leuchtstofflampe mit einem konventionellen Vorschaltgerät betrieben, so wählen Sie eine LED-Alternative, die im Produktnamen die Abkürzung EM verwendet. So stellen Sie sicher, dass die neue Beleuchtung auch mit Ihrem bestehenden Vorschaltgerät betrieben werden kann. Im Lieferumfang der LED ist immer auch ein passender Starter enthalten. Dieser ersetzt den vorhandenen Starter.




Haben Sie eine Leuchtstoffröhre mit elektronischem Vorschaltgerät, so wählen Sie ein LED-Produkt mit der Abkürzung HF im Namen. Da Sie für HF-Vorschaltgeräte keinen Starter benötigen, ist auch bei der LED keiner erforderlich, sie kann direkt installiert und in Betrieb genommen werden.




Sie sind sich nicht sicher, mit welcher Art Vorschaltgerät Ihre Beleuchtung betrieben wird? Oder Sie möchten besonders flexibel bleiben? Dann empfehlen wir Ihnen Universal (UN)-Produkte. Diese LEDs können mit jeder Art von Vorschaltgerät betrieben werden, sie sind also universal einsetzbar. Im Lieferumfang ist auch hier immer ein passender LED-Starter enthalten. Diesen benötigen Sie aber nur, wenn auch Ihre alte Lichtlösung über einen Starter verfügt, also per KVG betrieben wird.




Noch einfacher ist es bei Produkten, die mit dem Kürzel AC (Alternating Current, dt. Wechselstrom) gekennzeichnet sind. Diese benötigen kein Vorschaltgerät und können direkt an die Netzspannung angeschlossen werden.




Um Ihnen die Suche zu vereinfachen, können Sie auch unseren praktischen Suchfilter nutzen. Wählen Sie auf der linken Seite das verwendete Vorschaltgerät aus und es werden Ihnen alle passenden Produkte angezeigt. Sie können Ihre Suche noch weiter verfeinern, bis Sie Ihr Wunschprodukt gefunden haben.


LED-Treiber


Auch bei LED-Leuchten wird mit einem Vorschaltgerät gearbeitet, dem sogenannten LED-Treiber. Lichtemittierende Dioden sind Halbleiter. Das bedeutet, der Strom kann nur in eine Richtung fließen. Dies führt zu einer Wärmeentwicklung, die die LED letztendlich thermisch zerstört. Aus diesem Grund wird der Strom durch den LED-Treiber begrenzt: Dank des gleichbleibenden Ausgangsstroms wirkt dieser als Konstantstromquelle, die den Strom auf einen idealen Wert beschränkt.


Üblicherweise ist der LED-Treiber bereits in der Leuchte integriert. Ist dieser defekt, können Sie einen neuen Treiber nachkaufen und den defekten austauschen. Welcher LED-Treiber für Ihre Leuchte der richtige ist, können Sie in der technischen Beschreibung der Lampe nachlesen. Hochwertig gefertigte Treiber haben eine Lebensdauer von rund 50.000 Stunden.



Zusatzinformationen

LEDs können in Reihe oder parallel geschaltet werden. Sind die Dioden in Reihe geschaltet, sind diese mit der Abkürzung CC für Constant Current (Konstantstrom) markiert. Im Falle der Parallelschaltung ist die LED-Leuchte mit CV für Constant Voltage (Konstantspannung) gekennzeichnet.

Möchten Sie nun mehrere LEDs an einem Treiber anschließen, achten Sie unbedingt darauf, ausschließlich CC- oder CV-LEDs zu verwenden. Eine Mischung der beiden Varianten ist nicht möglich. Viele LED-Treiber sind sowohl für CC als auch für CV geeignet.

 
 

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